heinrich

Johannes Heinrich Meidinger

* 29.1.1831 Frankfurt-Niederrad

+ 11.10.1905 Karlsruhe

 

... übrigens

weist die Bezeichnung "Bundesfachschule" der Heinrich-Meidinger-Schule auf die Gründung durch Initiative und Verträge der Bundesverbände des Handwerks und der Industrie hin. Diese Organisationen wirken über den Fachschulbeirat an der Gestaltung der Schule heute noch mit.

 

Die "Meidinger-Scheibe"

.. übrigens entwickelte der Namenspatron unserer Schule nach seinem Physikstudium nicht nur die "Meidingerscheibe", einen Schornsteinaufsatz, der weltweit viele Hausdächer ziert ...

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Das "Meidinger-Element"

meidinger-element..., sondern beschäftigte sich bereits 1853 mit „Voltametrischen Messungen"

... und erfand 1859

das nach ihm benannte Meidinger-Element. Diese galvanische Spannungsquelle lieferte eine konstante Spannung, wie sie die im Telegrafen- und Eisenbahnverkehr eingesetzten elektrischen Nachrichtenmittel benötigten.

Quelle: Zimmermann, E. 1928. Psychologische und Physiologische Apparate: Liste 50. Leipzig & Berlin (Collection Rand B. Evans)

 

Meidinger spielte ebenso eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der Schwachstromtechnik ...

Erfindung in der Schwachstromtechnik

 meidinger-pileDiese Battereie, die 1859 von Heinrich Meidinger veröffentlicht wurde, ist eine Variante der Daniell-Batterie, bei der zwei bestehende Flüssigkeiten (Wasser und Kupfersulfatlösung) aufgrund ihrer unterschiedlichen Dichte geteilt bzw. voneinander getrennt wurden.

Das Glasgefäß, welches mit Kupfersulfatkristallen gefüllt war, ermöglichte es, die Sättigkeit der Lösung beizubehalten, obwohl sich die Kupferlektrode darin befand. Die andere Elektrode ist aus Zink.

 

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Die Übersetzung stammt von Stefano Migliore, Staatl.geprüfter Techniker 01/2005:

Pila di Meidinger, non firmata, 3/4 XIX secolo
Questa pila, proposta nel 1859 da Heinrich Meidinger, è una delle varianti della pila di Daniell, in cui i due liquidi impiegati (acqua e soluzione di solfato di rame) venivano separati sfruttando la loro differenza di densità. Il matraccio riempito di cristalli di solfato di rame e acqua permetteva di mantenere satura la soluzione in cui era immerso l'elettrodo di rame. L'altro elettrodo è di zinco.

 

Meidinger wird Leiter der Landesgewerbehalle

meidinger-dauerbrandofen1865 wurde Heinrich Meidinger Leiter der neugegründeten Landesgewerbehalle in Karlsruhe ...

Zu den Aufgaben der Landesgewerbehalle als Instrument der badischen Gewerbeförderung gehörte, ähnlich wie bei der württembergischen Centralstelle, die Verbreitung von Kenntnissen über Fortschritte in Naturwissenschaft und Technik durch Ausstellungen und durch Veröffentlichungen in der Badischen Gewerbezeitung.

... und hatte als Professor Dr. Heinrich Meidinger ab 1869 den von ihm geschaffenen Lehrstuhl für Technische Physik an der Technischen Hochschule Karlsruhe inne.

... und erfand 1869 den ersten Dauerbrandofen.

... und erfand um 1870,

ausgehend vom Funktionsprinzip der Kältemischung, eine einfache Eismaschine für den Hausgebrauch.

meidinger-eismaschine

Bild links: Dauerbrandofen mit Kochaufsatz, Harzer Hütte ca. 1895, mit großen Glimmerscheiben für sichtbares Feuer.
Höhe 166 cm, Breite 51 cm, Tiefe 41cm, Unterkante Rohr bei 120 cm, Rohrdurchmesser 12 cm
Bild rechts: Meidingers Eismaschine, 32 cm, Ø 20 cm

Konstruktion eines Trockenturms

meidinger-trockenturm-350... und baute ebenfalls um 1870/1871 einen Trockenturm für Wäsche in der "Lazarethwäscherei" der Militärschwimmschule nahe Grünwinkel an der Alb. Der früh einbrechende, strenge Winter war der Grund, eine solche künstliche Trockenvorrichtung zu errichten. Meidinger verwendete für den Turm vier Füllöfen, die bei einem Aufwand von vier Zentnern Koks bis zu zehn Zentner Wäsche im Laufe des Tages trockneten. In seinem Wohnhaus in Karlsruhe (Nowackanlage 2) hatte sich Meidinger ebenfalls einen solchen Trockenturm erstellen lassen, der nach seinen Worten 26 Jahre in Betrieb war; das Schnittbild zeigt den Aufbau.

Meidinger machte später wegen der besseren Wärmeübertragung nach dem Gegenstromprinzip - und nicht, wie zu erkennen ist, nach dem Gleichstromprinzip - den Vorschlag, dass es "im Hinblick auf Wärmeausnutzung am rationellsten sei, Gegenbewegung zu erzeugen, entweder die Wäsche oben aufzuhängen oder unten über den Ofen abzunehmen, oder, noch besser, die heiße Luft oben einzuführen und unten abzuziehen, während die Wäsche unten aufgehängt und oben abgenommen wird".