„Projektmanagement ist die Kunst, mit 10 Fingern 11 Korken unter Wasser zu halten.“ Dieses Zitat des Architekten Gerhard Pews deutet schon an, welche Herausforderungen die Realisierung eines großen Vorhabens mit sich bringt. Davon konnten sich auch die Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik im zweiten Semester selbst ein Bild machen, als sie am 16.05.2022 auf dem Europaplatz in Heidelberg eine Großbaustelle der Firma ROM besichtigen durften.

Vor Beginn der Exkursion gab Herr Glück als ehemaliger Techniker-Schüler der HMS im Klassenzimmer der HL 2 zunächst einen Einblick in seinen beruflichen Alltag als Verantwortlicher im Bereich der Planung einer Lüftungseinheit. Dass es sich bei diesem Projekt um andere Dimensionen handelt als die Planung eines Einfamilienhauses, wurde bei den Ausführungen von Herrn Glück schnell deutlich. 2,5 MW Wärme- bzw. 3,5 MW Kälteleistung werden von der Stadt Heidelberg für die Versorgung der zwei Wohn- bzw. Büro- und Geschäftshäuser, sowie einem Hotel zur Verfügung gestellt. Neben weiteren theoretischen Eckdaten der TGA des Projekts wurde den Schülerinnen und Schülern außerdem ein Eindruck davon vermittelt, wie mit BIM (Building Information Modeling) auch die Digitalisierung in der Baubranche Einzug hält. Dabei war insbesondere die Planung und Realisierung der Wärme- und Kälteversorgung für die insgesamt 72.000m2 Wohn- bzw. Arbeitsfläche für die angehenden Technikerinnen und Technikern der BUFA von besonderem Interesse. Hierbei wurden auch die Vorteile des von der ROM verfolgten Lean Management Ansatzes deutlich, mit welchem sich die Planung, Gestaltung und Ausführung von Bauprojekten, sowie die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Einzelgewerke und Baubereiche zielführend und auf Höhe der Zeit gestalten lässt.

Nachdem Herr Glück keine Fragen der SuS unbeantwortet lies, ging es mit dem von der ROM zur Verfügung gestellten Bus nach Heidelberg. Nach einer kurzen Begrüßung durch unterschiedliche Mitarbeiter der ROM und dem Anlegen der obligatorischen Sicherheitsausrüstung, übernahm Herr Gladitsch die Führung über das 24.000m2 umfassende Areal. Dabei ging es zunächst abwärts in die Tiefgarage zur Besichtigung der Entrauchungsanlage und anschließend über die Übergabestation der Fernwärme bzw. Fernkälteanlage und die Trafostation mit dem Fahrstuhl hinauf zur Dachterrasse des 13-stöckigen Hotels, welche einen wunderbaren Blick über die Metropolregion Rhein-Neckar bietet. Während des knapp 2-stündigen Rundgangs wurden immer wieder fachliche Details der nach Passivhausstandard errichteten Gebäude näher erläutert und alle aufkommenden Fragen beantwortet. Wie wichtig gegenseitige Wertschätzung, Teamfähigkeit und Kommunikation bei der Beteiligung von allein über 30 Bauleitern an einem Projekt dieser Größe ist, wurde einmal mehr an den unterschiedlichsten Stellen deutlich und von den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zurecht hervorgehoben.

Nachdem zu guter Letzt auch die Wärmeleistung der beiden Grills auf dem Gelände genauer begutachtet wurde und die Führung mit einer leckeren Fleischwurst und Getränken endete, ging es mit vielen positiven Eindrücken wieder zurück zur BUFA. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Firma ROM für die Realisierung und ausgezeichnete Begleitung der Exkursion. Br